Unmittelbar nach den Wahlen zum tschechischen Abgeordnetenhaus besuchte die Europäische Akademie Wien im Rahmen einer Studienreise die Hauptstadt Prag. 

 

Bereits während der Anreise wurde vom Präsidenten der Europäischen Akademie Wien, Michael Wiesinger, die aktuelle politische Situation in unserem Nachbarland in den Grundzügen dargelegt, wobei Fachexpertisen des Vizepräsidenten der Akademie, Tomas Sedlak, der Tscheche ist und dort auch lebt, einflossen. Nach dem Wahlsieg des Bündnisses Spolu über die ANO Partei von Premierminister Babis war ein Machtwechsel unmittelbar zu erwarten. Die Tatsache, dass Präsident Zeman schwer krank im Spital lag, machte die Lage nicht einfacher. Schon beim ersten politischen Termin der Studienreise im Abgeordnetenhaus der Tschechischen Republik war die Innenpolitik des Landes prägendes Thema.

 

Auswirkungen einer möglichen Änderung der Machtverhältnisse im Land auf den zukünftigen EU-Kurs Tschechiens verdeutlichte die österreichische Botschafterin Bettina Kirnbauer bei einem Cocktailempfang in der Residenz der österreichischen Botschaft in Prag. Weiters standen bilaterale und kommunalpolitische Themen auf der Tagesordnung. Wesentliche Anregungen und Beiträge zu dieser Diskussion kamen unter anderem von Bezirksvorsteher Stellvertreterin Gerda Müller und Fraktionsvorsitzenden Kammerrat Friedrich Pöltl. 

 

Einen weiteren Höhepunkt der Reise stellte die zweistündige Audienz beim Prager Erzbischof, Kardinal Dominik Duka, dar. Einblicke in das aktuelle Zusammenspiel zwischen Kirche und Staat sowie die Lage der Kirche und der Gläubigen in der Zeit des Kommunismus beeindruckten die Reisegruppe. Auch Europathemen kamen zur Sprache, fordert doch Dominik Duka öffentlich eine Rückbesinnung der Europäischen Union auf ihre christlich-jüdischen Wurzeln. Das Kirchenoberhaupt führte die Delegation der Europäischen Akademie Wien schließlich persönlich durch das Erzbischöfliche Palais. Dabei wurde besonders auf das Portrait des früheren Prager Kardinals Schönborn hingewiesen. Er war der Großonkel des derzeitigen Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn.